Es braucht einen Ruck in der Familienpolitik: Votum im Nationalrat vom 11. September 2019

Es müsse ein Ruck durch das Land gehen, sagte einst der deutsche Bundespräsident Roman Herzog um Änderungen zu ermöglichen und Reformen anzustossen.

Ein Ruck muss auch durch die Schweiz gehen. Unsere Familienpolitik entspricht in verschiedener Hinsicht nicht mehr den Anforderungen des 21. Jahrhunderts und auch nicht mehr den Lebensrealitäten der heutigen Eltern.

Ein besonders krasses Beispiel ist der aktuelle Vaterschaftsurlaub von einem Tag. Diese Regelung ist schlicht und einfach demodée.

Eltern sind Leistungsträgerinnen und Leistungsträger unserer Gesellschaft. Die berühmte Vereinbarkeit von Beruf und Familie – in diesem Saal könnte ich auch sagen die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Politik – ist nicht einfach nur ein Modewort, nein, sie ist eine tagtägliche Herausforderung für tausende von Familien in unserem Land.

Die Unterstützung dieser Familien liegt im Interesse der Gesellschaft, der Wirtschaft und des Staates gleichermassen.

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1. August-Rede in Zürich-Schwamendingen

«Wohlstand der Schweizer wächst»

«In der Schweiz lebt man europaweit am längsten»

«Die Schweiz bleibt bei der Innovation an der Spitze»

Das sind drei Schlagzeilen, die ich kürzlich gelesen habe. Und tatsächlich: Im weltweiten Vergleich geht es uns gut, ja sogar sehr gut. Wir haben einen hohen Lebensstandard, eine hohe Sicherheit, eine tiefe Arbeitslosigkeit, eine ausgezeichnete medizinische Versorgung, Bildung für alle, eine gute Infrastruktur.

Wenn wir den Blick etwas öffnen und schauen, was weltweit Schlagzeilen macht, dann sehen wir, dass es aber nicht überall so gut geht.

Gemäss Angaben der UNO sind weltweit über 70 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Das sind so viele wie seit dem Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr.

Zwischen den USA, Europa und China findet plötzlich wieder ein wirtschaftlicher Handelskrieg statt. Etwas, das als eigentlich längst überwunden gegolten hat.

Der Klimawandel lässt die Gletscher schmelzen, den Meeresspiegel steigen und führt dazu, dass es in gewissen Gegenden bald so heiss und so trocken sein wird, dass sie unbewohnbar werden und die Menschen vor Ort zu Klimaflüchtlingen werden. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres bezeichnet den Kampf gegen die Klima-Erwärmung darum als grösste aktuelle Aufgabe für die Menschheit.

In all dem erscheint die Schweiz wie eine Insel der Glückseligen.

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